Flugtaxi Pop.Up Next
Mobilität

E-Taxis: Hier kommen die abgefahrensten Konzepte

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E-Taxis: Hier kommen die abgefahrensten Konzepte

30.04.2019
30.04.2019

Neue Mobilitätskonzepte haben zum Ziel, das Unterwegssein für Menschen komfortabler zu gestalten. Manchmal machen es technologische Entwicklungen aber nicht nur bequemer, sondern – zumindest aus heutiger Sicht – auch ein bisschen verrückter. Wie im Falle dieser elektrischen Taxis.

Das erfahren Sie hier:

  • Wie Sie mit den Passagierdrohnen „Volocopter” und „Cora“ doch noch pünktlich zu Ihrem nächsten Termin kommen
  • Warum in autonomen Taxis von „Waymo” immer ein Begleiter mitfährt
  • Wie die klassische Rikscha zum elektrischen Pedicab wird
  • Wieso Sie Sharing-E-Bikes bald an der Haustür abholen können

„Volocopter“: Das autonome Lufttaxi

Sie sind spät dran, Ihr Flug geht in zwei Stunden und der Verkehr ist mal wieder desaströs. Mit einem klassischen Taxi kämen Sie definitiv zu spät. Also zücken Sie Ihr Smartphone, bestellen per App eine Taxi-Drohne und lassen Sich vom nächsten Hochhaus abholen und zum Airport fliegen. Das klingt nach einer Zukunftsutopie? Nun, die deutsche Firma „Volocopter“ glaubt fest daran, dass es genauso kommen wird: Passagierdrohnen, die Kunden von A nach B transportieren – ohne Pilot.

Taxidrohne Volocopter auf einem Hausdach
Der Transport in Flugtaxis soll langfristig nicht viel mehr als eine klassische Taxifahrt kosten.

Um die Erprobung der Flugtaxis in Deutschland voranzubringen, heben die autonomen Kabinenflieger im oberbayerischen Ingolstadt bereits zu Testflügen ab. Das Konzept überzeugt auch Politiker, wie die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär: „Im Zeitalter der vernetzten städtischen Mobilität kommt es auf ein optimales Zusammenspiel aller Verkehrsträger an, und zwar zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Deshalb gehören zur Mobilität der Zukunft natürlich Flugtaxis."

Gemeinsam gehen Italdesign, Airbus und Audi noch einen Schritt weiter. Für alle, die auf ihrem Weg zum Ziel nicht nur Staus, sondern auch das Umsteigen stört, entwickeln die drei Firmen gemeinsam das modulare Transportmittel „Pop.Up Next“. Hinter dem Namen versteckt sich ein System, bei dem Sie in einer Transportkapsel Platz nehmen. Je nachdem, wie Sie gerade am schnellsten voran kommen und wohin Sie wollen, sitzt die Kapsel entweder auf dem Fahrzeugmodul oder hängt an einer Drohne. So wandelt sich Ihr Transportmittel von einem Auto in ein Flugtaxi und zurück in ein Auto – ganz ohne Umsteigen.

 

Airbus Flugdrohne fliegt in der Stadt
Sobald das Flugmodul an eine Transportkapsel andockt, geht es hoch hinaus. 

Elektro-Flugtaxis am anderen Ende der Welt

Das sieht die neuseeländische Fluggesellschaft „Air New Zealand“ auch so und setzt ebenfalls auf Elektro-Flugtaxis. Sie hat 2018 einen Kooperationsvertrag mit dem Start-Up „Zephyr Airworks“ abgeschlossen, um gemeinsam das Flug-Taxi „Cora“ in die Luft zu bringen. Maximal 100 Kilometer legt „Cora“ mit einer Höchstgeschwindigkeit von gut 180 km/h zurück. Die Drohne startet und landet wie ein Hubschrauber vertikal und benötigt deshalb statt einer Landebahn nur eine kleine Plattform. Möglich machen das zwölf bewegliche Rotoren. Sollten diese einmal ausfallen, kommt der Notfallschirm zum Einsatz und lässt das Taxi sanft zu Boden gleiten. So ausgereift hat der autonome Kabinenflieger gute Chancen, das erste öffentliche Luftfahrt-Taxi der Welt zu werden.

„Kittyhawks“ Flugtaxi „Cora“ auf dem Flugplatz
Die zwölf beweglichen Rotoren sorgen dafür, dass „Cora“ keine Landebahn benötigt, sondern sich einfach überall niederlassen kann.

Robotaxis: Ohne Fahrer ans Ziel

Das Vertrauen in unbemannte Fahr- und Flugzeuge muss erst noch wachsen. Die Kontrolle über die Taxifahrt vollständig aus der Hand zu geben, könnte Menschen zurückhalten, ein autonomes Taxi zu ordern. „Waymo“ zeigt, wie es dennoch gehen könnte: Per App bestellen Sie ein Taxi, so wie Sie es gewohnt bist, zu Ihrem Startpunkt. Doch statt einem Taxifahrer zu sagen, wo es hingehen soll, läuft auch die Zieleingabe digital ab, ebenso wie das Bezahlen. Denn es gibt keinen Fahrer – eigentlich. Um die mentale Hürde der Passagiere, erstmals in ein fahrerloses Taxi einzusteigen, leichter zu überwinden, sitzt bei „Waymo“ im Realbetrieb ein Begleiter auf dem Fahrersitz. Die Hände am Lenkrad hat er jedoch nicht. Zu seiner Jobbeschreibung gehört es, Fahrgäste langsam ans autonome Fahren heranzuführen und gleichzeitig einzugreifen, sollte das elektrische Auto einmal nicht weiter wissen.

Der kommerzielle Fahrdienst mit selbstfahrenden Autos startete Ende 2018 in den USA, allerdings erstmal mit Beta-Testern. Um höchstmögliche Sicherheit und Komfort für den Passagier zu gewährleisten, legten die Fahrzeuge der „Waymo“-Flotte zuvor bereits über 15 Millionen Testkilometer in US-Städten wie San Francisco, Atlanta und Detroit zurück. Wann und wo „Waymo“ den öffentlichen Betrieb aufnimmt, ist noch nicht klar.

Pedicab: Das elektrische Radtaxi

Pedicabs stehen bereit für Gäste

Sie bevorzugen einen echten Fahrer an Ihrer Seite, möchten aber dennoch Staus schnell hinter sich lassen? Eine weitere ungewöhnliche Taxi-Alternative könnte helfen: das Pedicab. Das elektrisch unterstützte Fahrrad ist die Weiterentwicklung der klassischen Rikscha. Das elektrische Fahrrad mit Rückfahrerbank schlängelt sich vor allem in asiatischen Ländern durch den dichten Verkehr. In Deutschland erblicken Sie die Pedicabs eher sporadisch, meist an bei Touristen beliebten Orten.

Warum das Pedicab in Deutschland weniger ankommt? Das unangenehme Gefühl, dass einer für den Fahrgast strampelt, während dieser die Aussicht genießt, könnte ein Grund sein. Wissenschaftler der „Universität Magdeburg“ arbeiten bereits daran, hier Abhilfe zu schaffen. Die Forscher entwickelten ein dreirädriges, autonomes Elektrorad, das sich per App rufen lässt. Wie auch beim Robo-Taxi und der Passagierdrohne sitzen Sie in Zukunft also vielleicht auch im Pedicab allein und genießen die Ruhe, die der elektrische Antrieb der Taxi-Neuheiten möglich macht.

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